ROOMS

 

Beim Eintreten in unbekannte Räumlichkeiten werden sehr persönliche Assoziationen geweckt, wobei gerade die eigene Biographie mit einfließt. Vielleicht erinnert man sich an die Wohnung eines Verwandten. Auch ist denkbar, dass die neuen Eindrücke mit früher einmal Erlebtem oder Gelesenem verbunden werden.

Für meine Kollektion ist die Innenarchitektur interessant, die man als kulturelles Erbe der Menschheit bezeichnen kann.
Solches Interieur wird über Generationen hinweg immer wieder aufgenommen, wobei sich eine nonverbale Interieursprache ähnlich zur Mode entwickelt hat. Diese drücken sich wie in der Mode im Zeitgeist aus.
Diese Zusammenhänge und Wirkungen, die den meisten Menschen gar nicht bewusst sind,
aber unbewusst nachempfunden werden, sind inhaltliches Thema  meiner Diplomarbeit „Rooms“.

 

Besonders die Oberflächengestaltung von Möbeln, Gegenständen und Dekorationen ist Anhaltspunkt meiner Inspiration gewesen. Aus der Fülle der Möglichkeiten habe ich  mich auf luxuriöse Materialien und Möbel eingeschränkt, wie sie in früheren Zeiten nur bei Privilegierten zu finden waren.

Durch das Nachempfinden dieser Strukturen und Formen entstehen ungewohnte Verbindungen, die verstören können und dies auch dürfen. Auch es ist durchaus erwünscht, dass der Betrachter ihm Wohlbekanntes wiederentdeckt, das ihm die Möglichkeit des Erinnerns und Träumens gibt.

Die so genannte „Dritte Haut“, das Interieur, geht eine Symbiose mit der „Zweiten Haut“ ein und wird als Kleidungsstück tragbar. Es ist im übertragenen Sinne möglich, mit dem Interieur als Kleidungsstück in dem Interieur eines Raumes zu verschwinden. Oder es ist denkbar mit dem Interieur auf der Haut nach Draußen zu gehen. Damit entstehen zwei völlig verschiedene Aussagen.

Um die unterschiedlichen Stilrichtungen in Beziehung zur Kleidung zu setzen, habe ich bewusst sehr verschiedene Outfits kreiert.
Jedes Outfit ist einem speziellen Raum zugeordnet, der zu einer luxuriösen Suite gehören könnte.

So gibt es folgende Outfits:

Der Salon      Der blaue Salon      Die Bibliothek     Der Spiegelsaal

Die Galerie      Der Speisesaal      Das Refugium.

Die Kollektion darf als Hommage an die Wohnkultur gesehen werden. Sie steht für einen Glanz, der nur in unseren Träumen am Wahrhaftigsten existieren kann. Beim Erstellen der Kleidung habe ich Behaglichkeit und Wohlbefinden umgesetzt.

 

 

„There is no escape from yesterday because yesterday has deformed us, or been deformed by us”.

(Samuel Beckett, Proust, Three Dialogues)

 

**„Mommsens Block“, Heiner Müller, in: Sinn und Form 2 (1993), 210.

 

Film und Fotografie: Eibe Maleen Krebs

(Film noch nicht online!)

Musik im Film „Rooms“: Jens Schliecker

Sängerin: Marissa Zavazva

Models: Elena Blank, Franziska, Berit, Isabel, Theresa, Gisa

Kamera-Assistenz: Barbara Kloos und Julia Buckmiller, Kai Buschmann